Unendliche Geschichte

 

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Die unendliche Geschichte

Es war einmal ein Mann, der konnte mit dem kleinen Finger einen D-Zug anhalten. Dies tat er aber nicht, sondern er fuhr nach Berlin und kaufte sich ein Monokel.

Mit diesem sah er aber nicht den Splitter in seines Bruders Auge, sondern den Balken in seinem Auge.

Diesen zog er heraus und machte damit einen Holzhandel auf. Mit diesem wurde er so reich, dass er sich drei Schiffe leisten konnte.

Das erste war ganz da, das zweite war halb da und das dritte war gar nicht da.

Mit dem dritten Schiff wollte er nun eine Reise ins schwarze Meer machen. Da der Kapitän aber farbenblind war, landeten sie im Roten Meer; und da das Schiff gar nicht da war, landeten sie im Wasser.

Da lachte sich der Mann einen Ast und schwamm daran zum afrikanischen Ufer.

Er hatte Durst, darum dachte er solange an leckere Delikatessen, bis ihm das Wasser im Munde zusammenlief, und das trank er.

Er hatte Hunger; also redete er Kohl, und den aß er.

Dann machte er sich daran, den afrikanischen Kontinent zu erforschen. Dabei fiel er in eine Fallgrube, die von Wilden angelegt worden war. Er sang die Tonleiter und kletterte daran hinaus.

Vor der Grube standen ein paar Wilde, die noch nie einen Weißen gesehen hatten und deswegen Bauklötze staunten. Schnell nahm unser Held ein paar Bauklötze, warf sie den Wilden an den Kopf und kämpfte sich so den Weg frei.

Auf seiner Wanderung musste er ein großes Gebirge überqueren. Dabei geriet er auf einen sehr, sehr schmalen Pfad. Links steile Felsen, rechts ein Abgrund.

Nach einer Kurve stand plötzlich ein Löwe vor ihm. Da sang der Mann schnell: "Hoch soll er leben, hoch soll er leben!"

Der Löwe stieg hoch, und der Mann rannte singend unter ihm hindurch. Als er aufhörte zu singen, sank der Löwe wieder herunter. Auf dem schmalen Pfad konnte er aber nicht umdrehen, und so war unser Held gerettet.

Nach vielen Abenteuern kam er wieder an einer Küste an. Dort fand er einen alten Klepper, der an einem Gummibaum angebunden war. Daraus bastelte er sich ein Klepper Faltboot, um damit nach Hause zu fahren.

Nachdem er mit dem Gummiboot die Längen- und Breitengrade aller Ozeane ausradiert hatte, kam er wieder in Hamburg an.

Dort gab er aus Versehen nicht seinen Koffer, sondern seinen Geist auf. Vorher aber versammelte er seinen einzigen Sohn in einem Halbkreis um sich und sprach zu ihm:

"Mein lieber Sohn! Es war einmal ein Mann, der konnte mit dem kleinen Finger einen D-Zug anhalten..."