Ein GPS an einer XT 500? Elektronisches Gerümpel am Lenker? Das hat ja wohl echt keinen Stil!

Ist mir aber völlig egal, ich wollte nie, dass meine XT ein "klassisches Motorrad" ist. Ich will, dass sie meinen Bedürfnissen optimal entspricht.

So, genug philosophiert. Ich werde hier dokumentieren, welches GPS ich wie montiert habe, und ein bisschen von meinen Erfahrungen erzählen - wenn ich dann welche habe.

Montage

Ich habe per ebay ein Garmin GPS III+ erstanden. Eine Motorradhalterung gab es bei bikertech.de. Die zusätzlich angebotene Strebe hat sich auf meiner XT als zwingend notwendig erwiesen - offensichtlich vibriert sie doch überdurchschnittlich stark, und das Gerät hat auch keinerlei Windschutz.

Die Halterung lässt sich so auf der Lenkerstrebe montieren, dass der Blick auf die Instrumente nicht versperrt wird.

Wer sich eine Halterung selber basteln möchte, bekommt Tipps von Peter Roosen.

Für die Stromversorgung habe ich mir bei gpskabel.de eine Leitung mit vergossenem Stecker beschafft.

Das andere Ende der Leitung war offen. Da ich eine Steckdose am Lenker habe, habe ich die Leitung auf die richtige Länge gekürzt und einen Stecker montiert. 

Die Batterien soll man beim Betrieb auf dem Motorrad herausnehmen, da das Geschüttel zu Störungen in der Spannungsversorgung führt. Die Batterien scheuern aneinander; dabei bildet sich schwarzer Abrieb auf den Kontakten, der als Isolator wirkt - nach der Tour scheinen die Batterien leer zu sein,  funktionieren aber wieder, wenn man die Kontakte reinigt.

 
GPS_Hinten.jpg (35279 Byte) GPS_Vorn_2.jpg (43506 Byte) Für den Halter wurde eine zusätzliche Strebe für harten Geländeeinsatz angeboten. Da die XT ja ziemlich vibriert, habe ich mir den geleistet. 
Bis jetzt macht der Halter einen guten Eindruck, das Gerät lässt sich leicht herausnehmen und wird mit der Zusatzstrebe absolut sicher fixiert.

Die Blickrichtung auf den Bildern entspricht nicht der in Sitzposition, die Instrumente sind während der Fahrt gut zu sehen.

 

 

GPS_und_Steckdose.jpg (33030 Byte) GPS_Hinten_leer.jpg (39691 Byte)

Routenplanung

Das GPS III+ kann nicht selbst Routen berechnen, diese Systeme sind mir alle noch zu teuer oder nicht stabil genug.
Ich will das Gerät auch im Kanadier und beim Wandern benutzen, da kann ich mit den Autonavigationssystemen nichts anfangen.
Außerdem geht es mir vor allem darum, beim spazieren fahren auf kleinen Straßen und Feldwegen ungefähr die Richtung halten zu können und auch mal wieder nach Hause zu finden. Wer will schon stur eine berechnete Route abfahren, ich bin doch kein Spediteur.

Ich  benutze die Programme PowerRoute professional und GPS-Route
PowerRoute ist ein ganz normaler Tourenplaner, der eigentlich für das Erstellen von GPS-Routen nicht gedacht ist. Aber man kann die geplante Route exportieren, und GPS-Route erstellt aus der Exportdatei eine Garmin-GPS-taugliche Route, die ich dann mit EasyGPS in das GPS lade.

PowerRoute war bei meinem GPS dabei (es kann die vom GPS ermittelte Position auf der Karte anzeigen, aber dazu braucht man ein Notebook, das ich nicht habe),  EasyGPS ist umsonst, und für die Vollversion von GPS-Route habe ich 10 Euro bezahlt. Das ganze ist wohl nicht so komfortabel wie die tollen Programme von Touratech usw., aber es kostet fast nichts und funktioniert.

Ich habe mir auch noch eine MapSource-CD von Garmin gekauft, die eine ziemlich genaue Deutschlandkarte enthält. Mit Hilfe dieses Programms kann man auch die Track Logs auf den PC herunterladen und sich auf der Karte ansehen, wo man gewesen ist.

Erfahrungen

Im Auto hatte ich das GPS schon ein paar Mal ausprobiert, funktioniert prima. Dabei war ich aber eigentlich immer bekannte Strecken gefahren. Die Mai-Ausfahrt in Kirchlinteln war dann Generalprobe. Route berechnet und konvertiert, die im Internet veröffentlichte Position des Campingplatzes als zusätzlichen Wegpunkt angehängt, Route geladen und los. Tatsächlich kam ich ohne Probleme an.

Das Gerät macht mir wirklich sehr viel Spaß. Während ich die Navigation auf dem Motorrad bisher immer als stressig empfand, macht sie mir jetzt Spaß. Es ist faszinierend, auf dem kleinen Display Kurven und Kreuzungen heranrücken zu sehen, bevor sie im Blickfeld auftauchen.

Immer wenn ich nach Hause fahre, stelle ich die Position unseres Hauses als Wegpunkt ein und habe einen kleinen Zeiger, der darauf zeigt, und eine Entfernungsangabe. Selbst auf Strecken, die ich wie meine Westentasche kenne, erzeugt das ein angenehmes Gefühl von Sicherheit.