Gott

 

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"Es gibt Dinge, die für uns Menschen zu groß sind: Schmerz, Einsamkeit und Tod, aber auch Schönheit, Erhabenheit und Glück. Dafür haben wir die Religion geschaffen.
Was geschieht, wenn wir sie verlieren? Jene Dinge sind dann immer noch zu groß für uns.
Was uns bleibt, ist die Poesie des einzelnen Lebens. Ist sie stark genug, uns zu tragen?"

(aus "Nachtzug nach Lissabon, Pascal Mercier, ISBN 978-3-442-73436-8)

Gibt es den christlichen Gott?       

Ich bin ziemlich sicher, dass es ihn nicht gibt. Dafür gibt es eine ganze Reihen von Gründen.

Jeder dieser Gründe würde für mich allein schon ausreichen, die Existenz dieses Gottes für unwahrscheinlich zu halten:

Der statistische Ansatz

Es gibt und gab eine Unzahl verschiedener Religionen. Viele davon sind inzwischen Geschichte, obwohl man davon ausgehen muss, dass die Menschen mit der gleichen Intensität an ihre alten Götter geglaubt haben, wie es viele Menschen mit dem christlichen Gott tun.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die christliche Religion einmal Geschichte sein wird, obwohl sie sich schon ziemlich gut gehalten hat.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass wir zur Zeit zufällig die einzig richtige Religion erwischt haben, ist also ziemlich klein.

Die Größe-des-Universums-Überlegung

Unser Universum ist nach dem, war wir heute wissen, etwa 15 Milliarden Jahre alt. Es besteht aus einigen Milliarden Galaxien, die wiederum etwa 100-200 Milliarden Sonnen enthalten.

Menschen gibt es auf unserem Planeten seit etwa einer Million Jahren.

Warum sollte ein allmächtiger Gott, der dieses Universum erschaffen hat, sich ausgerechnet einem völlig unbedeutenden kleinen Volk auf einem völlig unbedeutenden Planeten offenbaren, wenn er bekannt und verehrt werden will, und diese einzig wahre Religion in Konkurrenz zu diversen anderen stellen, die zum Teil viel länger existieren?

Ja, sicher, Gottes Wege sind unerforschlich, aber ich finde, dass man die menschliche Herkunft dieser Religion deutlich erkennen kann.

Die Menschen haben früher eben viele Dinge nicht gewusst, und so konnten sie an solche Geschichten glauben.

Aber heute? Religion ist schlicht veraltet.

Der geschichtliche Beweis

Die Entwicklung der christlichen Religion lässt sich ja einigermaßen genau verfolgen. Unser Gott hat sich aus Jahwe entwickelt, der übrigens in der Frühzeit dieser Religion noch eine Partnerin hatte. Diese wurde bald wegrationalisiert - ein ziemlich schwacher Auftritt für ein unsterbliches und allmächtiges Wesen.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde der Gott und das, was er will, immer wieder den aktuellen Erfordernissen angepasst - einer der Gründe für den Erfolg der christlichen Religion.

Man kann an diesen ständigen Änderungen deutlich erkennen, dass diese Religion von Menschen gemacht wurde - von Religion kann man gut leben...

Mehr zu diesem Thema findest Du im Spiegel in der Ausgabe 52 / 2002 "Die Erfindung Gottes":

www.spiegel.de -> Der Spiegel -> Titelbilder -> Jahr wählen -> Ausgabe wählen

Und Jesus?

Wir wissen eigentlich fast nichts über ihn, da die meisten Geschichten über ihn lange nach seinem Tod geschrieben wurden. Ziemlich sicher ist allerdings, das er von dem, was man uns heute erzählt, praktisch nichts gewusst oder gewollt hat.

Er war ein Endzeitprophet, der sicher war, dass das jüngste Gericht nur noch wenige Jahre auf sich warten lassen würde - da lag er ja ziemlich falsch.

Wie kann der leibliche Sohn Gottes solche Fehler machen? Da hat die Kommunikation mit dem Vater nicht sehr gut geklappt (soll ja öfters vorkommen).

Die Physik

Wozu braucht man eigentlich eine Religion? Eine Religion ist im Grunde ein Weltmodell - ein theoretisches Gebilde, das den Menschen erklärt, wie die Welt funktioniert, und ihnen damit die Angst vor dem Unbekannten nimmt.

Für diesen Job gibt es heute etwas Besseres: Die Naturwissenschaften; sie erklären wirklich, wie die Welt funktioniert - und das es keines Gottes bedarf, damit sie funktioniert.

Ein vollständiges naturwissenschaftliches Weltmodell, dass wir allerdings noch nicht haben, macht alle Theologen und und viele Philosophen arbeitslos.

Die Physik hat sich mittlerweile daran gemacht, außer Fragen wie "Welche Wellenlänge hat ultraviolettes Licht?" auch Fragen zu beantworten wie:

bulletHat der Mensch einen freien Willen?
bulletGibt es ein Leben nach dem Tod?
bulletGibt es so etwas wie einen Gott?

Ein Beispiel ist das Buch "Die Physik der Unsterblichkeit" von Frank Tippler.

Dabei ist es erst mal ganz unwichtig, ob die Antworten, die Tippler auf diese Fragen gibt, richtig sind. Jedenfalls zeigt er, dass es möglich ist, solche Fragen mit einem naturwissenschaftlichen Denkansatz zu beantworten.

Da die Physik auf Beobachtungen der Natur basiert und nicht auf Glauben, Annahmen und Behauptungen finde ich diese Antworten jedenfalls weitaus glaubwürdiger als die Behauptungen der Theologen.

Ein Grundsatz der Religion ist ja, dass man glauben soll und nicht nach Beweisen fragen - warum wohl? Genau, weil die Theologen keine haben.

 

Kann es Gott nicht trotzdem geben?

Natürlich ist das möglich; dazu genügen zwei simple Annahmen:

  1. Gott ist allmächtig
  2. Gott will nicht, das seine Existenz beweisbar oder unbeweisbar ist. Also macht er die Welt passend.

Wer das unbedingt glauben will, der möge es tun.

Außerdem kann es natürlich ohne weiteres einen Gott geben, der anders ist als der in christlichen Religion beschriebene. Ich beziehe mich hier ja nur auf die Darstellungen unserer Theologie. Der statistische Ansatz passt allerdings für jede Religion.

 

Hier ein Link zum Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V.

Noch ein paar Gemeinheiten zum Schluss:

"Angesichts einer Schöpfung, in der alle Geschöpfe fressen und gefressen werden, liegt die Vermutung nahe, dass auch der Urheber frisst"    Hanns Henny Jahnn

"Die Götter, mit denen wir es halten, sind die, die wir nötig haben und brauchen können!"     William James

"Vom Nichts kann man nicht leben, hört man oft, besonders vom Pfarrer. Und gerade die Pfarrer bringen es zuwege: das Christentum existiert nicht, aber sie leben davon!"     Sören Kierkegaard

"Für dich bin ich ein Atheist - für Gott die loyale Opposition!"     Woody Allen

"Wenn man zu Gott spricht, ist man religiös. Wenn Gott mit einem spricht, ist man irre." Dr. Gregory House

Das fliegende Spaghettimonster

In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet,
wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist;
er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender.
Es ist aber töricht, sobald es Tag ist
noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.

Heinrich Heine
 

I

 

 

Literatur

Rudolf Augstein: "Jesus Menschensohn"

John Tippler: "Die Physik der Unsterblichkeit"

S. Hawking: "Das Universum in der Nussschale"