Eric

 

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Ratten und Gas geben...

Vor Jahren habe ich schon einmal versucht das Fahrvergnügen in Worte zu fassen. Zu jener Zeit war gerade Biopsychologie angesagt. In einer Vorlesung kam der Begriff der INTRACRANIELLEN SELBSTREIZUNG auf, eine elektrische Selbstreizung bestimmter Hirnregionen. Allerdings bezieht sich der Begriff auf Versuche mit Ratten, die heutzutage selbstverständlich verboten sind.

Diese Experimente führten zu folgenden, nicht ganz übertragbaren Ergebnissen[B-)]:

"VERSTÄRKERSYSTEME IM GEHIRN -

Ratten und viele andere Arten zeigen ein Verhalten, bei dem sie sich selbst kurze Stromstöße in bestimmte Hirnregionen verabreichen, etwa indem sie einen Hebel (Gashebel?!?) wiederholt herunterdrücken. Dieses Phänomen bezeichnet man als intracranielle Selbstreizung. [...] Die meisten dieser frühen Untersuchungen betrafen die Reizung des Septums oder des lateralen Hypothalamus, da die Selbststimulierungsraten dieser Regionen enorm hoch waren.

Ratten drücken einen Hebel, der diese Regionen reizt, typischerweise Tausende von Malen in einer Stunde (RPM?!?), und sie hören erst auf, wenn sie völlig erschöpft sind. [...]

Der Unterschied zwischen dem Hebeldrücken für belohnende Stimulierung des lateralen Hypothalamus oder des Septums und dem Hebeldrücken für Futter oder Wasser schien zunächst Olds und Milners ursprüngliche Theorie zu widerlegen, der zufolge intracranielle Selbstreizung die Aktivierung von natürlichen Verstärkersystemen im Gehirn einbezieht. Viele Forscher, die in den 50er und 60er Jahren (Classic Bike Ära) die Selbstreizung untersuchten, sahen deshalb darin eine Art Artefakt, wenn auch ein besonders interessantes.

Inzwischen ist das Pendel der Meinungen jedoch wieder in seine ursprüngliche Position zurückgeschwungen, und der derzeitige Konsens scheint zu sein, dass die Schaltkreise (!), die die intracranielle Selbstreizung weiterleiten, Verstärkersysteme darstellen. [...]

Das mesolimbische Dopaminsystem, das bei der intracraniellen Selbstreizung eine besonders wichtige Rolle spielt, ist ein System von dopaminergen Neuronen, die sich vom Mesencephalon (Mittelhirn) in verschiedene Regionen des Telencephalons (Großhirnhemisphären) erstrecken."

(Pinel, John P.J.: Biopsychologie, 4th edition

Heidelberg; Berlin: Spektrum, Akad. Verl., 1997) 

Alles klar?

Das Fahren möchte ich also mit einer intracraniellen Selbstreizung vergleichen. Die Ratten zogen das sogar dem Fressen und der Kopulation vor!

Das würde also für "die schönste Sache der Welt" sprechen und nicht für die zweitschönste.