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Zehn Punkte für Zivilcourage

unter Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse

In unserem Land werden Menschen in aller Öffentlichkeit angegriffen, beleidigt, bedroht und sogar ermordet. Sie werden Opfer, weil ihre Haut nicht weiß ist, sie einen anderen Gott anbeten oder anders denken und leben als die meisten von uns. Das darf nicht sein. Das muss nicht sein, denn wir können ihnen helfen. Wir können helfen, indem wir unsere eigene Angst überwinden und einschreiten, wenn andere in Gefahr sind. Die folgenden zehn Punkte für Zivilcourage sagen wie:

1. Sei vorbereitet

bulletDenke Dir eine Situation aus, in der ein Mensch belästigt, bedroht oder angegriffen wird, (z.B. ein farbiges Mädchen wird in der U-Bahn von zwei glatzköpfigen Männern angepöbelt).
bulletÜberlege, was Du in einer solchen Situation fühlen würdest.
bulletÜberlege, was genau Du in einer solchen Situation tun würdest.

2. Bleibe ruhig

bulletKonzentriere Dich darauf, das zu tun, was Du Dir vorgenommen hast. Lass Dich nicht ablenken von Gefühlen wie Angst oder Ärger.

3. Handle sofort

bulletReagiere immer und sofort, warte nicht, dass ein anderer hilft. Je länger Du zögerst, desto schwieriger wird es, einzugreifen.

4. Hole Hilfe

bulletIn der S-Bahn: nimm Dein Handy und rufe die Polizei oder ziehe die Notbremse im Bahnhof.
bulletIm Bus: alarmiere den Busfahrer.

Auf der Straße: schreie laut, am besten "Feuer!!!", darauf reagiert jeder. (In geschlossenen Räumen besser nicht "Feuer" schreien, das kann dort zur Massenpanik führen).

5. Erzeuge Aufmerksamkeit

bulletSprich andere Zuschauer persönlich an.
bulletZiehe sie in die Verantwortung: "Sie in der gelben Jacke, können Sie bitte den Busfahrer rufen".
bulletSprich laut. Deine Stimme gibt Dir Selbstvertrauen und ermutigt Andere zum Einschreiten.

6. Verunsichere den Täter

bulletSchreie laut und schrill. Das geht auch, wenn die Stimme versagt.

7. Halte zum Opfer

bulletNimm Blickkontakt zum Opfer auf. Das vermindert seine Angst.
bulletSprich das Opfer direkt an: "Ich helfe Ihnen".

8. Wende keine Gewalt an

bulletSpiele nicht den Helden und begib Dich nicht unnötig in Gefahr.
bulletSetze keine Waffen ein. (Diese führen häufig zur Eskalation).
bulletFasse den Täter niemals an, er kann dann schnell aggressiv werden.
bulletLasse Dich selbst nicht provozieren, bleibe ruhig.

9. Provoziere den Täter nicht

bulletDuze den Täter nicht, damit andere nicht denken, Du kennst ihn.
bulletStarre dem Angreifer nicht direkt in die Augen, das könnte ihn noch aggressiver machen.
bulletKritisiere sein Verhalten, nicht aber seine Person.

10. Rufe die Polizei

bulletBeobachte genau und merke Dir Gesichter, Kleidung und Fluchtweg der Täter.
bulletErstatte Anzeige und melde Dich als Zeuge.

V.i.S.d.P.: S.Pelzel, U.Schulz; Mitglieder im Netzwerk Eberswalde, familiecourage@hotmail.com

 

 

Die Aktion "Zehn Punkte für Zivilcourage"

begann am 6. März 2001 in Eberswalde. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Auf Plakaten, Flugblättern oder Postkarten werden Bürger informiert, wie man sich verhalten kann, sollte man Zeuge eines rechtsradikalen Anschlages werden. Diese Zehn Punkte für Zivilcourage sind sorgfältig recherchiert, von der Eberswalder Polizeipräsidentin Uta Leichsenring und ihrem Psychologenteam überprüft, sowie von einem Erziehungswissenschaftler, der viel mit Jugendlichen aus der Rechten Szene arbeitet. Ziel ist es, die Zehn Punkte für Zivilcourage bundesweit zu verbreiten, zum Beispiel an Schulen und in Öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Hintergrund:

Die Journalistin Svenja Pelzel und der Wissenschaftler Dr. Ulrich Schulz haben die Zehn Punkte für Zivilcourage zusammengetragen und sie dem Netzwerk Eberswalde vorgestellt. Das Netzwerk hat daraus eine Postkarte Grüne Karte für Zivilcourage erstellt. Am 6. März wurden diese Karten erstmalig im Anschluss an eine Pressekonferenz an Eberswalder Bürger verteilt. Außerdem wurden Plakate in kommunalen Einrichtungen gehängt und selbstklebende Folien in sämtlichen Barnimer Bussen angebracht. Gleichzeitig hat Reinhard Wienke von der RAA Angermünde in Kooperation mit der Eberswalder Polizei eine Rote Karte gegen Hass-Schmierereien entworfen.

 

Kontakt:

Svenja Pelzel, Schreinerstraße 53, 10247 Berlin, Tel.: 030 422 93 16, Pelzel31@aol.com

Prof. Norbert Jung, FH-Eberswalde, Fr.-Ebert-Str. 16, 16225 Eberswalde, 03335-657-311, njung@fh-eberswalde.de